Anti-Gewalt-Training Wien
Wege aus der Gewalt
Gewalt ist selten das eigentliche Problem. Meist ist sie der Punkt, an dem Überforderung, Ohnmacht, Kränkung oder mangelnde Impulskontrolle in Handlung umschlagen.
Im Anti-Gewalt-Training geht es nicht um Beschämung. Es geht um Verantwortung, Selbstwahrnehmung und darum, im entscheidenden Moment anders handeln zu können.
Gewalt verstehen heißt nicht, sie zu entschuldigen
Reine Verurteilung verändert selten etwas. Veränderung beginnt dort, wo ein Mensch seine Muster erkennt, Verantwortung übernimmt und neue Handlungsmöglichkeiten entwickelt.
Im Anti-Gewalt-Training wird Gewalt weder bagatellisiert noch verharmlost. Aber reine Schuldzuschreibung greift oft zu kurz. Wer sein Verhalten verändern soll, muss seine Eskalationsdynamik verstehen.
Im Mittelpunkt stehen Selbstwahrnehmung, Affektkontrolle, Frustrationstoleranz, Konfliktfähigkeit und persönliche Verantwortung. Ziel ist nicht, Gefühle zu unterdrücken. Ziel ist, mit ihnen so umzugehen, dass sie nicht zerstörerisch werden.
Worum es geht
- eigene Auslöser und Eskalationsmuster erkennen
- frühe Warnsignale rechtzeitig wahrnehmen
- Impuls und Handlung besser trennen
- in Konflikten kontrollierter reagieren
- Verantwortung und Werte als Orientierung stärken
Worum es nicht geht
- nicht um Demütigung oder bloße Disziplinierung
- nicht um ein pauschales Standardprogramm
- nicht um Gruppendruck oder Konfrontation
- nicht um Ersatz für Rechtsberatung
- nicht automatisch um Psychotherapie im engeren Sinn
Verantwortung statt Beschämung
Meine Arbeit orientiert sich an der Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor Frankl. Der zentrale Gedanke ist schlicht: Auch unter starkem innerem Druck ist der Mensch nicht völlig mit seinem ersten Impuls identisch. Genau dort beginnt Verantwortung.
Im Training wird dieser Spielraum nicht nur besprochen, sondern praktisch aufgebaut. Das geschieht durch die Analyse konkreter Konfliktsituationen, durch Arbeit an Auslösern, durch das Verstehen von Eskalationsmustern und durch das Entwickeln neuer Handlungswege.
Entscheidend ist: Nachhaltige Veränderung entsteht meist nicht durch Druck allein, sondern durch Einsicht, Übung und die Fähigkeit, im entscheidenden Moment bewusst Stellung zu nehmen.
Selbstwahrnehmung
Körperliche und emotionale Vorzeichen werden früher erkannt, bevor eine Eskalation voll wirksam wird.
Selbstdistanz
Impuls, Kränkung oder Ärger werden nicht sofort mit Handlung gleichgesetzt.
Verantwortung
Nicht bloße Schuldgefühle stehen im Zentrum, sondern die Frage, wie künftig anders gehandelt werden kann.
Gerichtliche Weisung oder eigene Entscheidung
Das Angebot richtet sich an Menschen in unterschiedlichen Ausgangslagen. Entscheidend ist nicht nur der Anlass, sondern die Bereitschaft, das eigene Verhalten ehrlich anzusehen und daran zu arbeiten.
Bei gerichtlicher Weisung
Wenn das Training im Rahmen einer gerichtlichen Weisung, Auflage, Diversion oder einer vergleichbaren Vorgabe verlangt wird, kann nach Abschluss eine schriftliche Teilnahmebestätigung ausgestellt werden.
Wichtig: Bei gerichtlicher Weisung gilt ein reduzierter Tarif von € 95 pro Einheit. Dauer und Umfang richten sich in diesen Fällen nach der jeweiligen Weisung und sind im Einzelfall zu klären.
Bei eigener Motivation zur Veränderung
Viele Menschen kommen nicht wegen einer Weisung, sondern weil sie merken, dass Ärger, Kränkung oder Impulsivität wiederholt Schaden anrichten. Diese freiwillige Form der Arbeit ist oft besonders tragfähig.
Hinweis: Ohne gerichtliche Weisung gilt das reguläre Honorar.
Typische Themen
So läuft das Anti-Gewalt-Training ab
Das Training findet im Einzelsetting statt. Der Ablauf ist klar strukturiert, bleibt aber flexibel genug für die jeweilige Ausgangslage.
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1
Kontaktaufnahme und Terminvereinbarung
Nach Ihrer Anfrage werden organisatorische Fragen geklärt und ein erster Termin vereinbart. Das Training beginnt mit einem regulären Ersttermin in der Praxis.
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2
Ersttermin und Einordnung
Anlass, Konfliktdynamik, Risikosituationen, bisherige Muster und Ziele werden gemeinsam genauer erfasst.
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3
Arbeit an Auslösern und Eskalationsmustern
Sie lernen, welche inneren und äußeren Faktoren aggressive Reaktionen wahrscheinlicher machen und an welcher Stelle der Ablauf unterbrochen werden kann.
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4
Neue Handlungswege entwickeln
Es werden konkrete Strategien für kritische Situationen erarbeitet. Nicht abstrakt, sondern bezogen auf reale Alltagsszenen.
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5
Transfer, Stabilisierung und Abschluss
Das Erarbeitete wird auf Alltag und Belastungssituationen übertragen. Wenn vereinbart, wird danach eine Teilnahmebestätigung ausgestellt.
Wichtig: Es gibt kein kostenloses Erstgespräch. Das Anti-Gewalt-Training beginnt mit einem regulären Ersttermin.
Praktische Informationen
Das Angebot auf einen Blick
Abgrenzung: Das Anti-Gewalt-Training ist ein eigenständiges Angebot. Wenn sich zeigt, dass zusätzlich eine Psychotherapie sinnvoll oder notwendig ist, kann dies gesondert besprochen werden.
Respekt als Grundhaltung
Menschen kommen in dieses Setting oft mit Scham, Druck oder Abwehr. Manche freiwillig. Manche, weil sie müssen. Beides verändert die Ausgangslage, aber nicht die Würde der Person.
Mein Ansatz ist klar. Gewalt darf nicht verharmlost werden. Aber Menschen lassen sich selten nachhaltig verändern, wenn man sie nur auf ihr Fehlverhalten reduziert. Deshalb verbinde ich Klarheit mit Respekt, Struktur mit individueller Betrachtung und Verantwortung mit einer sinnorientierten Perspektive.
Psychotherapeutische Fundierung
Arbeit auf Basis von Logotherapie und Existenzanalyse mit Fokus auf Verantwortung, Werte und konkrete Veränderung im Alltag.
Einzelarbeit statt Standardprogramm
Keine anonyme Massenabfertigung, sondern differenzierte Arbeit an der konkreten Dynamik.
Klarheit im Rahmen
Transparentes Setting, nachvollziehbare Struktur und auf Wunsch dokumentierbarer Abschluss.
Mehr über meine Methode finden Sie hier: Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor Frankl.
Fragen zum Anti-Gewalt-Training
Ist das Anti-Gewalt-Training auch ohne gerichtliche Weisung möglich?
Ja. Viele Menschen kommen aus eigener Einsicht oder auf Empfehlung von Partnern, Angehörigen oder Beratungsstellen.
Was kostet das Anti-Gewalt-Training?
Bei gerichtlicher Weisung gilt ein reduzierter Tarif von € 95 pro Einheit. Dauer und Umfang richten sich in diesen Fällen nach der jeweiligen Weisung und sind im Einzelfall zu klären. Ohne gerichtliche Weisung gilt das reguläre Honorar.
Gibt es ein kostenloses Erstgespräch?
Nein. Das Anti-Gewalt-Training beginnt mit einem regulären Ersttermin in der Praxis.
Bekomme ich eine Bestätigung für Gericht oder Behörde?
Ja. Nach Abschluss des vereinbarten Umfangs kann eine schriftliche Teilnahmebestätigung ausgestellt werden.
Ist das Angebot auch für Jugendliche geeignet?
In einzelnen Fällen ja, in der Regel ab etwa 16 Jahren und nach sorgfältiger fachlicher Prüfung der Situation.
Der erste Schritt ist ein klares Gespräch
Wenn Sie klären möchten, ob das Anti-Gewalt-Training in Ihrer Situation sinnvoll ist, nehmen Sie Kontakt auf. Im ersten Termin geht es um Einordnung, Rahmen und die nächsten Schritte.
Praxisstandorte in 1090 Wien und 1070 Wien.




